Archiv für Oktober 2006
Dienstag, 31. Oktober 2006
Eigentlich dachte ich, daß zumindest die Unternehmen, die sich mit dem Vertrieb juristischer Informationen beschäftigen, seriöse Werbung betreiben.
Nachdem ich aber heute einen cold call von LexisNexis erhielt, der sich mit falschen Angaben zum Anlaß seines Anrufs an meiner Mitarbeiterin verbeigemogelt hat, weiß ich:
Selbst ein Verlag wie LexisNexis, der sich eigentlich eines achtbaren Auftritts in der Öffentlichkeit rühmen will, begibt sich auf das Niveau von nervenden Spammern.
Unerwünschte Werbung |
Dienstag, 31. Oktober 2006
Wie finde ich für meinen Fall den Anwalt, der sich in der Materie nicht nur theoretisch auskennt, sondern über eine erfolgreiche praktische Erfahrung verfügt, der meine Sorgen und Nöte ernst und sich Zeit für mich nimmt, dessen Rechnung mich nicht umbringt und zu dem man im übrigen in dieser, aufgrund des anstehenden Problems schweren und möglicherweise als existenzbedrohend empfundenen Lebenssituation, sogar noch einen menschlichen Draht aufbauen kann?
Mit dieser Frage setzt sich der Kollege Detlev Stoffels aus Paderborn auf juracafe.de auseinander. Und zwar auf recht amüsante und lesenswerte Art und Weise.
Allgemeines |
Montag, 30. Oktober 2006
Der Tagesspiegel berichtet über die Sparmaßnahmen der Polizei in Brandenburg. Es fehlt an Geld:
Polizeiexperten führen die Engpässe auf eine teils schludrige Ausgabenplanung in den Schutzbereichen zurück.
Die Brandeburger sind recht einfallsreich, was das Sparen bei der Polizei angeht:
Kilometerkontingente je Wagen und Schicht, um Benzin zu sparen: In der weitläufigen Prignitz im Nordwesten des Landes dürfen die Streifenwagen nur noch 120 Kilometer je Schicht bewegt werden, in einer anderen Region 40 Kilometer. Jede Fahrt darüber hinaus muss begründet werden.
Man könnte ja auch an ein Fahrrad denken. Hält fit und spart Sprit.
Videoüberwachungswagen sollen nicht mehr eingesetzt werden und die Autobahnpolizei soll sich im Wesentlichen auf Fußstreifen auf Tank- und Rastplätzen beschränken.
Abstandsunterschreitungen bei Einparken, Drängeln um den (letzten) freien Parkplatz vor den Toiletten … das muß unbedingt unterbunden werden.
Die Sondereinheit gegen rechte Gewalt (MEGA) soll keine Präventivstreifen mehr fahren, sondern nur noch ausrücken, wenn sie alarmiert wird oder sich aus Lageeinschätzungen ein Bedrohungspotenzial für einen Ort ergibt.
Hoffentlich kann der niedergeschlagene Schwarze noch telefonieren, wenn die Nazis sich aus dem Staub gemacht haben.
Und Blitzereinsätze sollen in der Regel möglichst nah an den Dienststellen stattfinden – so könnten die Beamten zu Fuß zum Einsatzort gelangen.
Vielleicht sollte man dann auch gleich noch Schulen, Kindergärten und Tempo-30-Zonen in die Nähe der Dienststellen verlegen, damit die Überwacher sich nicht langweilen.
Ganz toll ist auch diese Idee:
Um zu sparen, sollen nun Mietverträge für Polizeireviere in Orten gekündigt werden, in denen es auch andere gibt. Zu ihren Revieren selbst sollen die Polizisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Für diese Sparfahrten wird ein „positiver Nebeneffekt“ gesehen: „Sichtbare polizeiliche Präsenz in den Verkehrsmitteln.“
Man kann es sich schon schön machen …
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Montag, 30. Oktober 2006
Das Kriminalgericht in Moabit verfügt über ein Parkhaus. Verteidiger (mit Hausausweis), die ihr Auto dort abstellen wollen, zahlen 2,50 Euro “Eintritt”. Das steht mehr oder minder deutlich auf dem Automaten vor der Schranke.
Wirft man nun z.B. drei Ein-Euro-Stücke ein, bekommt man kein Wechselgeld heraus. Sondern nur den Parkschein:

Darauf liest dann man in wohlklingenden Worten, was man auch mit dem Effenberger hätte darstellen können.
BTW: Das Abstellen von Motorrädern kostet nix! Noch.
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Sonntag, 29. Oktober 2006
… regelt § 184 GVG. Ein Kollege hatte sich einmal in Landau (Pfalz) auf diese Vorschrift berufen, als er weder Richter, noch Staatsanwalt und erst Recht nicht die Zeugen wegen ihres Dialekts verstand. Und hat dafür eine Menge Sympathien verloren.
Daran habe ich mich am Freitag in vor dem Gericht in Pforzheim erinnert, als ich dort zu verteidigen hatte. Deswegen habe ich den Zeugen höflich darum gebeten, langsamer zu sprechen. Ich sei ein armer Ausländer, der der deutschen Sprache nicht mächtig sei. Das hat funktioniert.
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Sonntag, 29. Oktober 2006
Liebe Blogger, fast hätte ich’s vergessen: Nicht nur die Nicht-Funk-Uhren, sondern auch die Uhrzeit in den Blogs müssen zu Fuß eingestellt werden. In Word-Press geht das unter “Optionen”:

Die “Winterzeit” hat zur UTC-Zeit eine Differenz von einer Stunde.
Ich meine, man sollte vormittags die Zeit um eine Stunde zurückstellen. Und nachmittags dann um zwei Stunden wieder vor. Dann ist es morgens früher und abend länger hell.
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Samstag, 28. Oktober 2006
Mein Funktelefon lag auf dem Schreibtisch und ich saß in der Taxe. Auf dem Weg zum Zug nach Pforzheim zum Gericht. 15 Stunden später war ich wieder zurück. Das waren 15 Stunden ohne Internet (wegen defekter UMTS-Karte) und ohne Telefon. Ich hab’s überlebt.
In eigener Sache |
Freitag, 27. Oktober 2006
Die UMTS-Karte hat das Zeitliche gesegnet. Ersatz sollte bei Vodafone kein Problem sein. Dachte ich leichtsinnig.
Auf der Internetseite war das, was ich wollte, nicht zu bekommen. Nach einer halben Stunde habe ich dann die Hotline von Vodafone (“… dann drücken Sie bitte die Neun!”) angerufen. Nein, übers Internet kann man nicht gleichzeitig den Vertrag verlängern, eine andere (schnellere) Karte bekommen und dann auch noch den Tarif ändern.
Telefonisch ginge das aber auch nicht, teilte mir der überaus freundliche Mensch mit. Es folgte noch eine Diskussion und Beratung über die günstigsten, neuen Tarife sowie die beste Hardware und dann verwies er mich 15 Minuten später an einen Vodafone-Shop. Ja, am Alexanderplatz sei so einer.
Ich bin dann nach einem Termin vor dem Landgericht in der Littenstraße rüber zum S-Bahnhof am Alex. Die freundliche Dame im Shop teilte mir mit, daß es dort leider nicht möglich sei, mir meine Wünsche zu erfüllen. Für defekte Karten sei der Vodafone-Shop am Tauentzien in Charlottenburg zuständig.
Eine dreiviertel Stunde später war ich wieder im Westteil der Stadt. Nach fünfzehn Minuten hatte dann ein Mitarbeiter Zeit. Natürlich geht das, alles kein Problem. Ihre Rufnummer? Ihr Kundenkennwort? Ich hatte alles Notwendige dabei. Es hätte also klappen können.
Wenn da nicht der Server von Vodafone die Hufe hochgerissen und die gesamte EDV in der Filiale lahmgelegt hätte. Ich habe alles dort gelassen, zwei Stunden später habe ich in der Kanzlei dann per Fax den neuen Vertrag bekommen und unterschrieben zurückgeschickt.
Und die Karte? Kommt irgendwann per Post. Ist derzeit nicht lieferbar.
UPDATE:
Die Karte war bereits einen Tag nach meinem Besuch in der Filiale bei uns in der Kanzlei. Das ist nun doch wieder eine gaaaanz schnelle Verbindung. Chapeaux!
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Mittwoch, 25. Oktober 2006
Eine namhafte deutsche Versicherungs-AG
bietet ein neues Haftpflicht-Deckungskonzept an, mit dem sich Unternehmen und deren Organe gegen Folgen des Allgemeinen Gleichbehandlungs-Gesetzes (AGG) schützen können. Damit sollen insbesondere Deckungslücken der klassischen Betriebshaftpflicht und der D&O-Versicherung ausgeglichen werden.
Quelle: Versicherungsjournal
Zu berücksichtigen ist aber:
Ausgeschlossen werden unter anderem vorsätzliche Schäden sowie „wissentliches Abweichen von Gesetz, Vorschrift, Beschluss, Vollmacht oder Weisung oder durch sonstige wissentliche Pflichtverletzung”.
Tja, das, was richtig Spaß macht im Leben, ist eben nicht versicherbar.
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Mittwoch, 25. Oktober 2006
Nach Gestaltung des Traumautos mit dem Konfigurator bei Mercedes Benz wird das Ergebnis zusammen gefaßt. Darin heißt es unter anderem:
Weitere Ausstattung: Kfz-Brief
Ahja. Türen sind in der Zusammenfassung nicht erwähnt. Das macht mich nachdenklich.
Aber – es wäre nicht ein deutsches Unternehmen, wenn das hier fehlen würde:
Rechtlicher Hinweis
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Sowas ähnliches habe ich schonmal in einer Einladung zur Jahresparty eines MC gelesen. Die Rocker haben es besser – weil verständlicher – formuliert:
Wir haften für nix!
Aber Rocker sind eben keine Mercedes-Fahrer.
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