Archiv für September 2008

Kanzlei Hoenig im Fernsehen

Montag, 29. September 2008

Ein Teil von “BRAAMS – Kein Mord ohne Leiche” wurde in unserer Kanzlei gedreht. Wer mag, kann sich den Film heute abend um 20:15 Uhr im ZDF anschauen.

Allgemeines | 6 Kommentare

Fundstück

Samstag, 27. September 2008

Schön, daß manche Utensilien die Zeit überleben. Der Stempel hat bestimmt auch noch den klassischen Holzgriff.

Update
Hier habe ich noch so einen schönen Klassiker gefunden:

Allgemeines | 7 Kommentare

Strafanzeigen bringen kein Geld

Freitag, 26. September 2008

Der Rechtsanwalt stellt am 12.1.2005 Strafanzeige gegen meine (jetztige) Mandantin. Er trägt vor, sie habe ihn betrogen. Mit dieser Strafanzeige bringt er eine Lawine ins Rollen, die letztlich zum wirtschaftlichen Zusammenbruch der umfangreichen Unternehmungen meiner Mandantin führen.

Immer wieder erkundigt sich der Advokat nach dem Sachstand und fordert mit zunehmend bösen Worten Akteneinsicht von der Staatsanwaltschaft. Eines seiner letzten Schreiben in der Akte:

… wird im Nachgang zur Mitteilung vom 7.9.2005 angefragt, ob und wann mit einer Anklageerhebung gerechnet werden kann.

Als Geschädigter bin ich nicht mehr gewillt, eine weitere Verzögerung in der Sache hinzunehmen.

Wenn die Zivilanwälte wüßten, wie hilflos ihre Schreiben an die Staatsanwaltschaften wirken, mit denen Sie auf dem Strafrechtswege versuchen, die Forderungen ihrer Mandanten durchzusetzen, würden sie es bleiben lassen.

Einen weitaus katastrophaleren Eindruck hinterlassen Anwaltsschreiben, in denen der Anzeigeerstatter eigene zivilrechtliche Forderungen geltend macht:

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Erteilung von Mandaten an den Anzeigeerstatter, Rechtsanwalt Gottfried Gluffke. Der darüber hinausgehende Vortrag ist allgemein, entspringt im Wesentlichen dem Unmut dieses Rechtsanwalts und ist überwiegend von Vermutungen getragen. Hinsichtlich einer “fortgesetzten Hochstapelei” sind keine Anhaltspunkte ersichtlich.

Wer schreibt sowas? Die Staatsanwältin, die sich durch den Wust der Strafanzeige kämpfen mußte.

Liebe Kollegen in den edlen Anzügen, Strafanzeigen sind keine geeigneten Mittel, um an das Geld anderer Leute zu kommen.

Ganz im Gegenteil: Die Hauptverhandlung vor dem Strafgericht in der vorliegenden Sache ist für den März 2009 vorgesehen, mehr als 4 Jahre nach Anzeigeerstattung. Und in dem Verfahren geht es nicht mehr um die Forderung des anzeigenden Anwalts; insoweit wurde das Verfahren eingestellt.

Strafrecht | 9 Kommentare

Schwierige Fragen

Donnerstag, 25. September 2008

Der Verteidiger ist eine schizophrene Persönlichkeit: Zum einen ist er – und das zuerst – Vertreter seines Mandanten. Aber er ist auch Organ der Rechtspflege und steht insoweit auf der anderen Seite der Theke. Das führt in einzelnen Fällen zu erheblichen Problemen.

Fall 1:
Der Mandant wurde aus der Haftanstalt ins Justizvollzugskrankenhaus verlegt; wegen einer Verletzung an der Hüfte – also eigentlich nichts Beunruhigendes.

Allerdings teilte der Patient seinem Anwalt im Vertrauen mit, daß diese Verletzung bei einem (gescheiterten) Selbsttötungsversuch entstanden ist.

Und was jetzt?

Gibt der Verteidiger diese Information weiter, verletzt er das in ihn gesetzte Vertrauen. Der Mandant bekommt dann in der Haftanstalt einen roten Punkt an die Tür und steht damit unter ständiger Beobachtung. Hafterleichterungen, die ihm sehr wichtig sind, werden gestrichen.

Wenn der Verteidiger schweigt, riskiert er, daß ein weiterer Suizidversuch gelingt oder sonst nicht folgenlos bleibt; dann trägt er eine Mitverantwortung für diese Konsequenzen.

Fall 2:
Der Mandant teilt seinem Verteidiger wiederholt mit, daß er die Belastungszeugen zur Hölle schicken werde. Alles Lügner, die auf dieser Welt nichts mehr zu suchen hätten. Es werde Blut fließen, sobald er von der Haft verschont und entlassen werde.

Meint der Mandant das wirklich ernst und kommt es nach der Haftentlassung zu dem angekündigten “Blutbad”, hat der Verteidiger ein Problem.

Informiert der Verteidiger die Justiz über die massiven Drohungen des Mandanten, wird das nichts mit seiner Haftentlassung und ein weiteres Strafverfahren gegen ihn eingeleitet.

Es gibt einfachere Fragen …

Allgemeines | 5 Kommentare

Die Gothaer will seriöse Klärung

Mittwoch, 24. September 2008

Eigentlich hatte ich gehofft, die Geschäftsführung der Gothaer pfeift ihren Telefon-Junkie zurück. Deswegen habe ich an den Vorstand des Versicherers geschrieben und ihn über das Mit-dem-Kopf-gegen-die-Wand-Rennen von Drango informiert.

Aber auch in der Teppich-Etage dieses Versicherers will man wohl durchsetzen, daß Drango weiter mit mir telefonieren darf. Es teilt mir distinguiert ein Assessor jur. mit:

Sie können davon ausgehen, dass wir über das Verfahren im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes gegen unseren Mitarbeiter informiert sind.

In dem von Ihnen angestrebten Hauptsacheverfahren sehen wir einer seriösen Klärung der hier interessierenden Rechtsfragen entgegen.

Nun denn, auf in den seriösen Kampf, Assessor! :-) Der Gerichtskostenvorschuß für die Klage ist angewiesen.

Allgemeines | 12 Kommentare

Mord beim sadomasochistischen Sex

Mittwoch, 24. September 2008

Es war kein Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, keine Tötung auf Verlangen, keine missglückte Stimulation beim Liebesspiel. Es war ein hinterhältiger Mord, so urteilte das Landgericht Berlin am Montag in dem bizarren Prozess um die Tötung eines bisexuellen Mannes beim Liebesspiel.

Über einen Stich mit dem Steakmesser berichtet Uta Eisenhardt in der taz.

Allgemeines | Keine Kommentare

Nicht lieferbar

Dienstag, 23. September 2008

Die Telekom wirbt für ihre Produkte und Dienstleistungen. Das ist für sich genommen üblich und nicht zu beanstanden.

Aber dann: Zumindest ein Mitarbeiter in den Callcentern ist ein frecher Flegel. An den teuren Anrufe zur Klärung von Fragen zur Bestellung verdient die Telekom zusätzlich. Und nun kommt die Absage:

Leider ist der von Ihnen gewählte Artikel nicht mehr lieferbar. Gern bieten wir Ihnen eine Alternative an – rufen Sie uns hierfür doch einfach unter 0180 5 726252 …

Ich habe aufgehört, mich über das Unternehmenskonzept dieses Ladens aufzuregen.

Allgemeines | 3 Kommentare

… nur Polizisten

Samstag, 20. September 2008

Absprache der Terminierung einer recht heftigen Verkehrsstrafsache.

Richter:
Brauchen wir die Zeugen?

Verteidiger:
Nein, der Mandant wird den Anklagevorwurf bestätigen.

Richter:
Naja, an der Sache gibt es ja auch nichts mehr zu bestreiten. Obwohl – wir wissen ja nicht, was die Staatsanwaltschaft sich noch so alles einfallen läßt. Ich lade die Zeugen lieber doch. Sind ja Polizeibeamte, die haben Zeit …

Richter | 3 Kommentare

Erst Abmahnung, nun Anwaltshaftung

Freitag, 19. September 2008

Anwaltshaftung: Sie haben einen Prozess verloren und vermuten, das Ihr Anwalt schuldhaft gehandelt hat. Sie haben die Möglichkeit ihren Anwalt zu verklagen, damit man ihren Schaden ersetzt. [...] Wir haben uns auf die Anwaltshaftung spezialisiert und können aufgrund unserer Erfahrung schnell sagen, ob ihre Klage Aussicht auf Erfolg hat.

Mann-O-Mann, manche Anwälte sind sich einfach für nichts zu schade.

Wenn Ihr Anspruch Aussicht auf Erfolg hat, übernehmen wir sämtliche Anwalts-, Gutachter- und Verfahrenskosten. Wird der Prozess verloren, tragen wir sämtliche Kosten, auch die Honorare für die gegnerischen Anwälte. Sie gehen also kein Risiko ein!

Erst Massenabmahnungen säckeweise Abmahnungen und dann das hier. Widerlich, ich kann gar nicht so viel essen, …

Philosophisches | 9 Kommentare

Sie sitzt

Donnerstag, 18. September 2008

Anruf auf der Geschäftsstelle des Amtsgerichts:

Verteidiger
Ich rufe an in der Sache 123 Ds 456/08 und möchte gern mit Frau Richterin Brause sprechen.

Geschäftsstelle
Tut mir Leid. Frau Brause sitzt.

Verteidiger
Huch. Dann brauche ich einen Sprechschein.

Geschäftsstelle
[lacht laut] … oder Sie versuchen es heute nachmittag nach 15 Uhr nochmal. Ihre Durchwahl lautet …

Allgemeines | 3 Kommentare

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