Fertig. Aus einem leichten Rahmen und ein paar Teilen, die noch in den Schubladen und Kartons in der Werkstatt herumlagen, ist das hier nach drei Schraubertagen am Sonntagnachmittag herausgekommen:
Das Zweitrad, für die gelebte Anarchie zwischendurch.
Nur die schwarzen Ränder unter den Fingernägeln muß ich noch in den Griff bekommen, bevor ich morgen damit zum Gericht fahre.
Wer demnächst mal einen richtig knackigen Raub plant, sich aber
entweder die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache unter Zueignungsabsicht mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben noch nicht so richtig zutraut,
oder aber bei der Wahl der Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs, die er dabei verwenden möchte, noch nicht schlüssig ist,
kann sich hier beraten lassen:
Und wer erstmal ein bisschen rauben üben möchte … für den werden sogar individuelle Schnupperkurse im Rahmen eines Praktikums angeboten.
Tja, liebe Leser, sowas gibt es nur bei uns in Kreuzberg. Hier wird sich noch um den Nachschub Nachwuchs gekümmert.
Eine Entscheidung, die mir vertretbar erscheint. Entweder es darf geraucht werden oder eben nicht. Alles andere dazwischen ist Gemurkse und führt zu Neuköllner / Kreuzberger Verhältnissen, wo – gefühlt – in *jeder* Gaststätte irgend ein bedauernswerter Süchtling immer raucht, weil der Gastwirt irgendeinen Ausnahme-Tatbestand reklamieren zu müssen meint.
Und wenn das nun schon die Bayern und sogar die Italiener hinbekommen, nur an der frischen Luft zu rauchen, dann kann das doch so schwer nicht sein.
Ich war eigentlich der Ansicht, daß die letzten noch lebenden Anarchisten die Kreuzberger Radfahrer sind. Ok, vereinzelt dürfte es noch ein paar Neuköllner sein, die die StVO, soweit sie Radfahrer betrifft, mit minus eins ( -1) multiplizieren.
Aber offenbar es gibt noch mehr von diesen Überlebenskünstlern, und zwar in einer Ecke Europas, in der ich ausschließlich rechtschaffene und gesetzestreue Verkehrsteilnehmer auf blank geputzten Rädern mit funktionierenden Rücklichtern und Reflektoren in den Speichen vermutet hätte:
Generell stelle ich fest, dass Velofahrer in der Schweiz sich nicht um Vorschriften kümmern und sehr allergisch reagieren, wenn sie von Polizei oder Dritten auf missachtete Vorschriften aufmerksam gemacht werden…
Ich glaube, da hatten ein paar Leichtathleten einen netten Abend:
Aber frech ist das schon. Ich meine, sowas geht ja eigentlich gar nicht. Das schöne Straßenschild da rechts an der Laterne: Dieser Autoreifen, der gehört da nicht hin!
Wilhelm Hörmann, Verkehrsreferent beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, gibt Hinweise an Radfahrer, wie sie sich richtig verhalten im Straßenverkehr:
Unser Rat: Fahren Sie eher in der Mitte der Fahrbahn, dann muss Sie der Autofahrer richtig überholen. Sonst denkt man als Autofahrer leicht: “Das passt noch.” Und hält dann keinen Abstand ein.
Es war schon von weitem zu hören. Sonst wurde es aber schneller wieder ruhig. Denn die Demos verlaufen meist nur über den Kottbusser Damm. Diesmal machte mich der anhaltende Lärm neugierig.
Die Karawane zog doch wahrhaftig durch das Paul-Lincke-Ufer und so hatte ich einen Logenplatz aller erster Güte:
Keine besonderen Vorkommnisse, mal von dem noch üben müssenden Trommlern abgesehen. 5 Minuten später konnte ich weiter arbeiten.
Worum es den Demonstranten ging, war nicht wirklich erkennbar. Aber gut, daß sie mal wieder demonstriert haben.
Was ein Polizist auf Streife in Neukölln erlebt, ist in einem Erlebnisbericht zu lesen, den Hauptkommissar Karlheinz Gaertner für den Tagesspiegel geschrieben hat.