Archiv für die Kategorie 'Rocker'

Bandido als Vollstrecker?

Samstag, 26. Juni 2010

Der 49-jährige Duisburger Tomas W. ist Betreiber einer Gaststätte. Nicht irgend einer Gaststätte, sondern einer mit Hut. Mit Sombrero, genauer gesagt. Eine gelbe mexikanische Kopfbedeckung, rote Buchstaben – das sind die Farben der Bandidos und des Vereinsheim, also eben dieser Gaststätte in Duisburg.

Der Bandido ist aber nicht nur Wirt und Hauseigentümer. Sondern er geht auch noch einem anderen ehrbaren Beruf nach. Es ist (war und ist wieder) Gerichtsvollzieher beim Amtsgericht Essen; in Österreich würde man ihn Exekutor, also Vollstrecker, nennen. Gerichtsvollzieher vollstrecken nämlich u.a. Forderungen, aus vollstreckbaren Urkunden, z.B. aus Vollstreckungsbescheiden.

Diese Papiere sind aber meist in schnödem schwarz-weiß gehalten und nicht in rot-gold. Und das paßt nicht zueinander, meinte die Essener Justizverwaltung und die Vorgesetzten, die beim Oberlandesgericht Hamm sitzen. Sie delegierten den rockenden Vollzieher zum Aktenabstauben in den Innendienst. Da aber ein Rocker nun einmal die frische Luft bevorzugt, wehrte er sich dagegen, und zwar mit Hilfe des Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.

Verwaltungsgericht Gelsenkirchen

Und diese Verwaltungsrichter, die allgemeinhin nicht als besonders rockerfreundlich gelten dürften, überraschten mit ihrer Entscheidung (VG Gelsenkirchen, Beschluß vom 24.06.10, Az: 12 L 461/10). Sie meinten nämlich, es gäbe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Mitgliedschaft des Gerichtsvollziehers bei den Bandidos negativ auf seine Arbeit ausgewirkt hätte.

Ich stelle mir gerade das Gesicht eines Essener Hells Angels vor, dem der Bandido einen Kuckuck auf den Flachbildschirm kleben will. 8-)


Danke an die Donnerkatze für den Hinweis. crh

Rocker | 6 Kommentare

Die Hells Angels und der arme Hund

Mittwoch, 16. Juni 2010

Nicht bei Sinnen war ein 26-jähriger Student aus München, als er mit seinem Auto auf dem Clubgelände der Hells Angels bei Allershausen parkte. Er stieg aus, warf einen Hundewelpen – es war offenbar sein eigener – nach den Mitgliedern des Motorradclubs und zeigte ihnen sein blankes Hinterteil. Zu Fuß flüchtete er Richtung Autobahn A9.

Quelle: Merkur Online

Ob der Hundeweitwerfer gelb-rote Kleidung trug, wurde nicht überliefert.

Danke an Wolffgang Preiss für den Hinweis auf den Artikel.

Foto: pauline / pixelio.de

Rocker | 4 Kommentare

Links ist da, wo der Daumen rechts ist

Mittwoch, 26. Mai 2010

Ok, Frank Hanebuth und Peter Maczollek muß man namentlich nicht kennen. Aber der Herr da rechts mit den gold-roten Patches, daß das kein Angel ist, sollte auch ein Reporter Mitarbeiter der BZ-Berlin recht einfach ergooglen können.

Andererseits … man sollte die BZ-Schreiber auch nicht überfordern.

Medien, Rocker | 8 Kommentare

Bildung bewaffneter Haufen

Montag, 24. Mai 2010

So lautete die Vorschrift § 127 StGB noch zu meinen Studentenzeiten. Im April 1998 hat irgendein Sprachwissenschaftler herausgefunden, daß “Haufen” anrüchig klingt und deswegen wurden daraus “Gruppen” gemacht.

Zu der Frage, was inhaltlich unter “Haufen” bzw. “Gruppen” zu verstehen ist, wurde am Wochenende in der Neukölln Weichselstraße ein Seminar veranstaltet. Darüber berichtet die Berliner Morgenpost:

Nur mit Androhung von Waffengewalt hat die Berliner Polizei das Aufeinandertreffen der verfeindeten Rockergruppen “Hells Angels” und “Chicanos” im Bezirk Neukölln verhindern können. Gegen 15 Mitglieder der “Hells Angels” leitete die Polizei anschließend Ermittlungen wegen Bildung bewaffneter Gruppen ein.

Das war wohl sowas ähnliches wie ein Lokalderby: Es standen sich rot-weiße und gelb-rote Neuköllner Türken gegenüber.

Wenn die Jungs ihre Spielzeuge …

eine Machete, einen Baseballschläger sowie diverse Schlag- und Stichwerkzeuge.

… zuhause gelassen hätten, wäre wenig Substanz für ein Ermittlungsverfahren übrig geblieben. Nun gibt es wieder Ärger mit der Justiz und Kosten für die Verteidigung.

Rocker | 5 Kommentare

Rocker-Bilanz

Dienstag, 18. Mai 2010

Laut Glietsch(*) gibt es in Berlin zurzeit 17 Rockerclubs mit rund 800 Mitgliedern. 2008 waren es 13 Clubs mit 650 Mitgliedern. Aber die intensive Strafverfolgung zeige Wirkung. In den letzten fünf Jahren seien 789 Strafverfahren bearbeitet worden, 432 Festnahmen und 105 Haftbefehle erfolgt. “Ingesamt sind 325 Jahre Haft verhängt worden”, so Glietsch. Beschlagnahmt worden seien 443.000 Euro Bargeld, Rauschgift im Wert von über einer Million Euro und Vermögenswerte – auch in Form von Motorrädern – im Wert von 860.000 Euro.

Quelle: Plutonia Plarre in der taz

Irgendjemand muß ja für den Nachschub sorgen …

(*) Glietsch ist der Polizeipräsident in Berlin. crh

Rocker | 3 Kommentare

Nocker oder Razis?

Sonntag, 2. Mai 2010

Danke an die Donnerkatze für den Hinweis auf diesen … Einzelfall.

Rocker | 1 Kommentar

Engel und Banditen verboten

Freitag, 30. April 2010

Um sieben Uhr früh durchsuchten 300 Polizeibeamte, darunter ein Spezialeinsatzkommando, Vereinsheime und zehn Wohnungen von Mitgliedern der “Hells Angels MC Charter Flensburg” sowie der “Bandidos MC Probationary Chapter Neumünster”. Dabei wurde das Vereinsvermögen eingezogen. Das gestern ausgesprochene Verbot in Schleswig-Holstein begründete Innenminister Klaus Schlie (CDU) in Kiel: “Beide Vereine verstoßen gegen die Strafgesetze und richten sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung.” Dies belegten illegaler Waffenhandel, Körperverletzungen und versuchte Tötungsdelikte.

berichtet die Welt Online.

Es ist damit zu rechnen, daß noch von einem Gericht geprüft wird, ob die Verbote zu Recht ergangen sind. Die beiden Vereine sind wohl eher in der Lage, sich mit einem Rechtsmittel gegen das Verbot zu wehren, als die Handvoll Rocker des Chicanos MC Barnim, der im August 2009 verboten wurde.

Absehbar ist auch, daß nach den Verboten in Brandenburg und nun in Schleswig-Holstein auch andere Bundesländer auf den Zug aufspringen werden:

Die Verbote werden nach meiner Einschätzung dazu führen, dass der staatliche Druck auf die Hells Angels und Bandidos bundesweit zunehmen wird. Ich schließe nicht aus, dass andere Innenminister sich sehr genau darüber informieren werden, wie wir vorgegangen sind.

äußerte sich Klaus Schlie, Innenminister von Schleswig-Holstein gegenüber der Bikers News.

Schlie möchte sich aber nicht überall unbeliebt machen:

Ich wünsche allen Rocker- und Motorradclubs, die friedlich und gesetzestreu ihrem Hobby nachgehen, eine unfallfreie Motorradsaison.

wird er von Michael Ahlsdorf in der BN abschließend zitiert.

Rocker | 5 Kommentare

Kein echter Erfolg der Polizei

Sonntag, 21. März 2010

Nun sind sie alle vier in der Obhut des Staates. Der letzte der “Pokerräuber” hat sich in der Nacht widerstandslos verhaften lassen.

Allerdings soll dies nicht die Folge klassischer Polizeiarbeit gewesen sein. Sondern das Ergebnis der Auseinandersetzung zwischen zwei arabische Großfamilien, die sich aktiv an der Ermittlungsarbeit beteiligt haben sollen: Zuerst verrät die eine Seite die andere und dann folgt die Retourkutsche.

Es gibt zwei weitere “Großfamilien” in der Stadt, die sich auch nicht sonderlich lieb haben; aber miteinander im eisernen Schweigen gegenüber den Ermittlern verbunden sind. Aber die überfallen ja auch keine Pokertourniere.

Polizei, Rocker, Strafrecht | 1 Kommentar

Die Forschung über die Hells Angels

Donnerstag, 18. März 2010

Wer und was die Hells Angels sind, das erklärt uns Professor Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen:

Frage:
Wird diese Gruppe gefährlicher?

Antwort:
Ja, es besteht großer Anlass zur Sorge. Die Innenminister-Konferenz hat sich nicht umsonst bereits mit den Hells Angels befasst.

Weitere heiße Luft in dieser Temperatur findet sich in der fr-online.

Anlaß für dieses Interview war ein Polizei-Einsatz bei einem Member der Hells Angels in Anhausen (Kreis Neuwied, Nähe Koblenz), bei dem ein Polizeibeamter erschossen wurde (Bericht in der fr-online).

(Danke an doppelfish für den Hinweis.)

Rocker | 14 Kommentare

Kaffeesatz und Hühnerknochen

Dienstag, 9. Februar 2010

Polizei fürchtet Racheakte der Rocker.

Bandidos gegen Hells Angels – Furcht vor Rache.

Angst vor blutigem Rockerkrieg.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost sind weitere Übertritte nicht ausgeschlossen.

Die Polizei befürchtet vor diesem Hintergrund Racheakte der Gangs.

Nach Einschätzung der Polizei ist das ein “bislang nie da gewesener Vorgang in der Geschichte der Rockerclubs” und nur eine Frage der Zeit, bis es zu blutigen Racheakten kommt.

Wie die Berliner Morgenpost aus Sicherheitskreisen erfuhr, werden bundesweit weitere Übertritte nicht ausgeschlossen, sie gelten sogar als sehr wahrscheinlich.

Denn nicht alle Hells Angels sind nach Aussagen eines Ermittlers glücklich über die neue Entwicklun

Zudem müsse jetzt jederzeit mit Racheakten der alteingesessenen Bandidos gerechnet werden.

Dafür, dass auch Hells-Angels-intern Diskussionen über die Aufnahme der ehemaligen Feinde von El Centro entbrannt sind, spricht auch der Umstand, …

Genau diese Zusammenarbeit könnte sich aber als sehr schwer darstellen,

Es ist fraglich, ob …

Offensichtlich stehen aber auch im Rockermilieu finanziellen Interessen zunehmend gegen vermeintliche Ehrbegriffe.

Der “Berliner Seitenwechsel” könnte nach Informationen dieser Zeitung nur der Auftakt für eine bundesweite Welle von Übertritten sein …

Wie die Berliner Morgenpost aus Kreisen der Staatsanwaltschaft erfuhr, sollen Bandidos in den neuen Bundesländern mit ihrer Situation unzufrieden und damit zum Verrat bereit sein

Sollten weitere Rocker aus mehreren Bundesländern gleichzeitig überlaufen, hätte sich das Kräfteverhältnis zugunsten der Hells Angels umgekehrt

Die Bandidos werden nach Einschätzung der Polizei weiteren Übertritten nicht tatenlos zuschauen …

Zwar gibt es einen Verdächtigen aus den Reihen der Hells Angels, beweisen kann man ihm bislang allerdings nichts …

Nach Einschätzungen von Kripobeamten sei es nur eine Frage der Zeit, …

Vielleicht dauert es noch etwas, …

Zwar seien laut Berlins Polizeisprecher Frank Millert seit dem Wechsel bislang noch keine Straftaten verübt worden, seine Kollegen aus den Fachkommissariaten sowie der Spezialeinheiten beobachteten die Szene allerdings sehr genau.

Quelle: Michael Behrendt in der Berliner Morgenpost
Zitate aus einem (!) Artikel und Überschriften aus der Suche nach dem Begriff “Rocker”.

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen wird berichtet, daß dem Journalisten der Kaffeesatz in den Kopf gestiegen ist. Oder so ähnlich. Dem Vernehmen nach soll nun auch bei den Medien über die Anschaffung eines neuen Recherche-Instruments nachgedacht werden. Nach den hier vorliegenden Informationen aus Delphi helfen den Zeitungsmachern auch ein paar Hühnerknochen weiter, sofern man sie (die Knochen natürlich) auf einen heiligen Stein wirft, wenn es eben keine Fakten gibt, über die berichtet werden kann. Denn irgendwie müssen die leeren Stellen zwischen der Werbung ja gefüllt werden.

Mir fällt der Fachbegriff dafür gerade nicht ein: Es wird solange geschwätzt über mögliche Ereignisse, bis sie dann allein wegen des Geschwätzes eintreten, damit die Schwätzer hinterher sagen können, sie hätte es ja genau gewußt …

Rocker | 5 Kommentare

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